Meine Mission

Als Expertin für Agiles Release Management bin ich stets auf der Suche nach neuen Impulsen, Denkanstößen, und nach Möglichkeiten, Agilität voranzutreiben.

Gerade auf Konferenzen und Seminaren, auf denen ich mich sowohl mit Gleichgesinnten, als auch mit Abgeneigten austausche, kann ich mir ein Bild des Status Quo und der aktuellen Bedürfnisse in Unternehmen machen.

Mit genau dieser Mission bin ich am 5. Juni zur ‚Inside Business Konferenz (Agiles) IT Change-, Release- und Deployment Management’ nach Berlin gefahren:
Ich wollte herausfinden, was die Change und Release Manager in den verschiedenen Branchen bewegt und vor welchen Herausforderungen sie aktuell stehen.

Im Laufe der zweitägigen Konferenz haben Sprecherinnen und Sprecher aus den verschiedensten Branchen einen tiefen Einblick in ihre aktuellen Vorhaben und Projekte im IT Service Management gegeben. Anlässlich der Konferenz haben sie besonders Bezug zum Thema „Agilität“ genommen und präsentiert, wie ihr Unternehmen mit der agilen Transformation umgeht.

(R)evolution des Release Managements

Ich ließ mich nicht nur von anderen berieseln, sondern hielt auch selbst einen Vortrag auf der Konferenz: Meinen Impulsvortrag „(R)evolution des Release Managements“. Ich wollte den Teilnehmern damit meine Vision der zukünftigen Rolle des Release Managers in der Organisation näherbringen.

Wie habe ich das gemacht?

  • Zunächst habe ich Hintergründe erläutert:
    Ich bin auf die Frage eingegangen, wieso Unternehmen überhaupt unter so einem großen Handlungsdruck bezüglich Agilität stehen und wie sie diesem erfolgreich entgegenwirken können.
  • Darüber kam ich zu den vier Hauptaspekten der Agilität, so dass die Teilnehmer eine gute Übersicht erlangten, um anschließend voll in meinen Vortrag einsteigen zu können.
  • Gemeinsam haben wir dann eine kleine Reise durch den Veränderungsprozess des Agilen Release Managements gemacht.
  • Wir haben alles Wichtige in den Rucksack für die erfolgreiche Veränderungsreise im Release Management gepackt. Auf unserer Reise haben wir besonders die Zukunft des Release Management in den Fokus gerückt: Ein effizienter Release Management Prozess ist ein Erfolgsfaktor für die kundenorientierte Wertschöpfung im Unternehmen.

Fragen über Fragen

Ich durfte im Anschluss an meinen Vortrag ausführlich mit den Teilnehmern diskutieren. Wir sprachen über die zukünftige Rolle des Release Managers und über seine Aufgaben in der agilen Transformation. Dabei kamen uns viele Fragen in den Sinn:

  • Braucht es in der Zukunft eigentlich noch einen Release Manager?
  • Wird er weiterhin der Gatekeeper der Produktion sein oder Berater, Coach und Facilitator des Release Management Prozesses?
  • Ist der Release Manager ein Pionier, der den Wandel aktiv voran treibt oder eher Einer der abwartet und sich dann in die Gegebenheiten einfügt?

Diese und weitere Fragestellungen haben wir intensiv und teilweise kontrovers diskutiert. Wir waren uns jedoch alle einig, dass auch im Release Management ein Wandel vollzogen werden muss. Der Release Management Prozess muss die Wertschöpfung im Unternehmen aktiv unterstützen und Transparenz in Bezug auf Abhängigkeiten und Nachvollziehbarkeit herstellen.

Was nehme ich aus Berlin mit?

Auf der Konferenz haben sich viele meiner vorherigen Erkenntnisse bestätigt, ich nehme aber auch genauso viele neue mit:

  • Die ITSM Prozesse Change und Configuration Management sind in den meisten Unternehmen bereits etabliert und werden teilweise sogar weltweit einheitlich genutzt.
  • Es wird verstärkt daran gearbeitet die Quote von Standard und Minor Changes zu erhöhen und somit den administrativen und organisatorischen Aufwand für die Beurteilung von Changes zu reduzieren. Die Devise lautet: Den Fokus auf das Wesentliche legen.
  • Release Management ist größtenteils „nur“ der Gatekeeper vor der Produktion und nicht am Entstehungsprozess von Softwareänderungen beteiligt. Aber die Release Manager aller gehörten Unternehmen arbeiten aktiv daran die Releasezyklen zu verkürzen und mehr Flexibilität in den Prozess zu bringen. Somit ist ein Umdenken erforderlich, das die Release Manager aus ihrer Gatekeeper-Position herausholt.
  • Automatisierung ist der Grundstein für flexible und vor allem schnelle Prozesse, doch die wenigsten klassischen Unternehmen haben hier durchgängige Lösungen.
  • Um Continuous Integration und Continuous Delivery einzusetzen, müssen erst die technischen Voraussetzungen geschaffen sein. Insbesondere im Umfeld von Java und Microsoft gibt es viel technische Unterstützung und Know How auf dem Markt, aber im SAP Bereich gibt es bisher keine adäquate Unterstützung.
  • Ausbildung und Begleitung der agilen Transformation findet in den meisten Unternehmen nur rudimentär statt. Viele setzen Scrum im Unternehmen um ohne dass zuvor eine qualifizierte Ausbildung im IT Betrieb stattgefunden hat oder ein Experte hinzugezogen wird. Das erschwert den Transformationsprozess und die Akzeptanz von agilen Arbeitsweisen.

Wir sehen also, der Weg zu einer erfolgreichen Entwicklung des Release Management ist noch weit. Um tatsächlich Veränderungen bewirken können und die aktuellen Probleme zu beheben, ist ein Mitwirken aller Akteure erforderlich.

Dennoch gehe ich mit einem guten Gefühl aus der Konferenz, auf der ich zumindest einen kleinen Teil zu einer erfolgreichen Transformation beitragen konnte.