Was Dich in dieser Folge erwartet

Hey heute möchte ich mit dir über den Umgang mit Veränderung sprechen. In dem Interview mit Andreas haben wir gehört, dass ist durchaus einen Unterschied macht ob Veränderung von außen auf uns treffen oder ob wir sie selbst initiieren. Und auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass es durchaus ein Unterschied ist, ob ich in die Veränderung hineingeworfen werde oder ob ich selbst beschließe etwas zu verändern.

Was dabei hilft zu verstehen was da passiert ist die Trauerkurve von Kübler Ross. Wer sich ein bisschen mit Change Management auseinandersetzt wird sie bestimmt kennen und in dieser Kurve gibt sieben Phasen der Veränderung. In diesen verschiedenen Phasen nehmen wir unsere eigene Kompetenz unterschiedlich wahr.

Die erste ist der Schock d.h. das ist der Zeitpunkt, in dem wir mit der Veränderung konfrontiert werden und dieser Schock ist natürlich viel größer wenn die Veränderung von außen initiiert ist. Diese Phase konnten wir ganz gut mit dem Corona Virus beobachten. Bis die Erkenntnis da war, dass wir jetzt wirklich etwas ändern müssen an unserem Handeln hat es ja ‘ne ganze Weile gedauert. Aber die erste Reaktion war erst mal Schock und danach kam die zweite Phase der Verneinung. „Also so schlimm ist es ja nicht“, „das wird schon alles irgendwie“ und man hat erst mal abgewartet was passiert und danach kam langsam so ein bisschen die rationale Einsicht. Dann kommt die emotionale Akzeptanz also wirklich die Akzeptanz dass die Situation nicht zu ändern ist und man etwas tun muss. Das wird auch das Tal der Tränen genannt – da erscheint ein die Situation aussichtslos man fühlt sich handlungsunfähig und ist gar nicht in der Lage irgendwie klar zu denken. Wenn diese Phase überwunden ist beginnt die Phase des Ausprobieren. Man versucht sich mit der neuen Situation anzufreunden man setzt sich damit auseinander. Man sucht nach neuen Möglichkeiten und kommt dann zu der Erkenntnis „ah o. k. ich kann damit umgehen“ und „es ist eigentlich gar nicht so schlimm“, d.h. die wahrgenommene Kompetenz steigt wieder und letztlich folgt die Phase der Integration d.h. wir gewinnen Routine im Umgang mit der neuen Situation, mit der Veränderung, probieren weiter aus und lernen stetig neu dazu und integrieren. Letztlich ist die Veränderung in unserem Alltag integriert.

Um das vielleicht ein bisschen greifbarer für euch zu machen möchte ich euch eine Geschichte erzählen.

Ich habe letztes Jahr im März beschlossen (in einem emotionalen Moment), dass ich den John Muir Trail laufen werde. Das ist ein Weitwanderweg in den USA ich glaub einer der Schönsten. Mit 370 km und so viel Höhenmetern, wie zweimal der Mount Everest auf 17 Tage verteilt.

Ich war in der Vorbereitung dieser selbst initiierten Veränderungen mega motiviert, habe wahnsinnig viel Sport (für meine Verhältnisse) gemacht. Natürlich gab es auch ein paar Rückschläge, wie Fuß verknackst oder ab und an mal nicht so fit zu sein. Aber im Großen und Ganzen war ich sehr zuversichtlich, dass ich diese Herausforderung meistern würde.

Aber dann wurde ich am 07.08.2019 mit der Veränderung konfrontiert – mein 36ster Geburtstag. Auf einmal stand ich vor diesem Schild, an dem der John Muir Trail startet. Das Schild auf das ich die ganze Zeit hingearbeitet hatte. Nach dem Schild fiel es mir so unglaublich schwer weiterzugehen. Ich war nicht im hier und jetzt. Ich wollte bei meinem Freund sein und viel lieber Zeit mit ihm verbringen als hier zu sein, wo es heiß war mit Menschen, die ich zwar mochte, aber nicht das, was ich wollte.
Das war quasi Schock und Verneinung.
Ich musste gefühlt alle 3 Meter eine Pause machen auf den ersten paaren Kilometern zu den Nevada Falls. Ich war melancholisch, jeder Schritt war unglaublich schwer.

Am Abend kam dann so langsam sowohl die rationale Einsicht „ja, ich bin jetzt im Hier und Jetzt. Ich hab 17 Tage vor mir. Ich hab mich dazu committed, dass ich diese Wanderung durchziehe“

Aber die emotionale Einsicht – das Tal der Tränen – zog sich relativ lang. Ich glaube bis zum Tag sieben hatte ich nur mit meinen eigenen Glaubenssätzen zu kämpfen: „ich bin nicht gut genug“ „ich halt die Gruppe auf“ „ich schaff das nicht“ „ich bin zu schwach“ „ich bin zu langsam“ Es ging mir emotional wirklich nicht gut. Natürlich bin ich jeden Tag gewandert. Wir hatten ja den Plan in 17 Tagen die 370 km zu schaffen, um dann gemeinsam auf dem Mount Whitney zu stehen

So sukzessive kam dann das Ausprobieren d.h. indem mein Team an mich geglaubt hat und mir immer wieder gesagt hat, dass ich die Fähigkeiten habe – meine physische Kraft ausreicht, um diesen Trail zu wandern. Wir haben jeden Tag im Durchschnitt 1000 Höhenmeter und 20km gemacht – meine physische Konstitution war also nicht das Problem.

Das Problem war in meinem Kopf- ich durfte langsam mental erkennen und annehmen, dass ich das kann. Ich habe immer mehr angefangen an mich zu glauben und bin somit auch jeden Tag besser geworden inkl. Meiner Stimmung. Meine eigene wahrgenommene Kompetenz  ist mit jedem Gipfel und jedem Pass, den wir überwunden haben, gestiegen.

Die Rückblicke von jedem einzelnen Aussichtspunkt haben mir sehr bewusst gemacht, was ich in der Lage bin zu schaffen und unglaublich motiviert. Letztlich habe ich so sukzessive meine physischen und mentalen Fähigkeiten, die ich durch den John Muir Trail erlangt habe, integriert.

Und ja – es hatte einen massiven Einfluss, dass ich zwar die Veränderung ursprünglich initiiert habe, aber mich dann die Realität mit der wahren Veränderung konfrontiert hat. Ich hatte keine Wahl – Durchdrücken oder Aufgeben. Mein Team hat an mich geglaubt, mein Durchhaltevermögen hat mich weitergehen lassen und so standen wir letztlich nach 17 Tagen auf dem Mount Whitney – dem höchsten Berg von Kontinental-Nordamerika mit knapp 4.000 Höhenmetern.

Ich bin gespannt, welche Geschichten Du mir zu erzählen hast. Macht es für dich einen Unterschied ob die Veränderung von außen initiiert ist oder Du selbst der Initiator bist? Was hilft Dir mit Veränderungen umzugehen?

Shownotes

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