Was Dich in dieser Folge erwartet

Heute möchte ich eine kleine Geschichte mit Dir teilen….

März 2006 war der Beginn meiner beruflichen Karriere in einem großen Finanzdienstleistungsinstitut. Als Projekt-Assistenz in einem internationalen Softwareentwicklungsprojekt durfte ich hautnah erleben, was mit Menschen in Projekten passiert, die unter extrem hohen Druck stehen.

Nicht nur, dass ich Anfangs kein Wort in den Meetings mit dem indischen Softwarehersteller verstand, sondern ich kam mir auch unbedeutend und vor allem unfähig vor. Niemand hatte wirklich Zeit mir zu erklären,

  • was von mir erwartet wurde,
  • worum es in dem Projekt überhaupt ging
  • wer meine Ansprechpartner waren
  • welche Rahmenbedingungen es zu beachten gab
  • wer welche Rolle im Projekt hatte
  • usw.

Hinzu kam, dass ich offensichtlich in der indischen Kultur als Frau für den indischen Projektleiter keine Rolle spielte. Er ignorierte meine persönlichen und schriftlichen Versuche den Reporting Anforderungen des Projektes nachzukommen, was ich wiederum meinem Projektleiter nur schwer erklären konnte.

Die Meetings waren nicht nur extrem emotionsgeladen, sondern hielten auch keinem gesetzten Zeitrahmen stand. Da es selten bis gar nicht eine Agenda gab und niemand die Moderation übernahm, ging (wahrscheinlich nicht nur) ich meistens eher verwirrt aus diesen Terminen. In meinen Aufgabenbereich fiel die Protokollierung dieser Meetings – Anfangs eine echte Herkules-Aufgabe für mich.

Auf ominöse Weise gab es zwei Projektpläne – einen für die IT und einen für den Fachbereich. Nach mehrfachen Nachfragen, warum die Pläne ein halbes Jahr Differenz haben und der Fachbereich den IT Plan nicht kennen durfte, erhielt ich keine eindeutige Antwort sondern Redeverbot. Die Bombe platzte ca. 2 Monate nach meinem Start, doch das ist eine andere Geschichte.

Das damals schlimmste für mich war jedoch die Tatsache, dass ich offensichtlich die Aufgabe hatte, das Ventil für den Druck und den Stress meiner Kollegen zu sein. Mehr als einmal traf mich der Zorn, die Wut und die Verzweiflung völlig unvorbereitet. Und ich kann mich nicht mehr daran erinnern wie oft ich weinend an die frische Luft geflüchtet bin. Damals habe ich alles, was auf mich eingeprasselt ist persönlich genommen und versucht es allen recht zu machen. Ich habe unzählige Überstunden gemacht, Projektdokumentationen gesucht, gelesen und versucht für mich zu verstehen, was meine Aufgabe und mein Verantwortungsbereich war.

Und dann fiel mir ein Buch in die Hände: Tom de Marco – Der Termin

Heute bin ich unglaublich dankbar für diesen harten Erstkontakt mit meinem zukünftigen Berufsleben und noch viel mehr für dieses wunderbare Buch. Es hat mir durch eine sehr orientierungslose Zeit extrem viel Halt und Einsichten über den Alltag in Softwareprojekten gegeben. Ich habe dadurch immerhin ein bißchen verstanden, warum meine Kollegen so agieren, wie sie agieren.

Und ich habe verstanden, was meine zukünftige Aufgabe sein wird: Projekt Management richtig machen! Und zwar so, dass derartig emotional aufgeladene Situationen gar nicht erst entstehen, sondern alle Spaß an ihrer und der gemeinsamen Arbeit haben.

Was ich aus meinem ersten Projekt für mich mitgenommen habe, sind die nachfolgenden Schlüsselerkenntnisse:

  1. Der Mensch sollte, muss und darf im Mittelpunkt von Projekten stehen!
  2. Verstehe Dein Handwerk und überlasse nicht Deinem Ego die Bühne
  3. Nimm Dir ausreichend Zeit für das Onboarding von neuen Mitarbeitern, damit sie schnell wirksam werden können!
  4. Sorge für ein gemeinsames Verständnis und Transparenz. Das ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit!
  5. Walk the talk: Versprich nichts, was Du nicht einhalten kannst!
  6. Wer schreibt der bleibt: Sorge dafür, dass wichtige Entscheidungen für alle und vor allem für später nachvollziehbar dokumentiert sind

Was hast Du aus Deinem ersten Job gelernt?

Sonnige Grüße,

Solveig

Shownotes

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